Die Chronik des MVB:



Leider ist aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nur wenig über den Musikverein bekannt. So ging man bis Ende des 20. Jahrhunderts noch davon aus, dass der Musikverein im Jahre 1928 gegründet wurde. Aus der Festschrift von 1958 geht hervor, dass sich in diesem Jahr etwa 15 Musiker aus Butzweiler, Beßlich und Kimmlingen fanden, um den Verein zu gründen. Sie gewannen Johann Bach aus Kordel dazu die musikalische Leitung des Vereins zu übernehmen und er erreichte schnell, dass die Kapelle zu „allen kirchlichen und weltlichen Feiern“ spielte. Etwa 1968 hatten noch lebende Mitglieder des Vereins aus den Anfangsjahren sich zusammengesetzt, damit „folgende mündliche Überlieferung nun mehr schriftlich im Verein festgehalten werde“. In diesem Dokument wurden 22 Personen aufgezählt, die dem Verein als Bläser oder Nichtbläser angehörten. Aus dieser Überlieferung geht auch hervor, dass die Struktur des Musikvereins damals eine ganz andere war als heute:

"Der neu gegründete Musikverein führte nicht streng getrennte aktive und inaktive Mitglieder, so wie es heute üblich ist und auch alle andern kulturellen Vereine haben, sondern Mitglieder und aus diesen hat sich das Bläserchor herausgebildet. Es ist daher auch zu verstehen, daß Bläser und nicht Bläser oft gewechselt haben. Eine kleine Stütze hatten die Anfänger in dem längst verstorbenen Nikl. Lorig (Stoffels Nek), der als alter Musikus bekannt war."

Jedoch fand während der Recherche zu dem Buch „Butzweiler und seine Geschichte“ Klaus Pauli in den Unterlagen des 1919 gegründeten Männergesangsverein eine Notiz zum 1. Juni 1924:

"Die neugegründete Blasinstrumentenkapelle führte uns mit Musik durch die Ortschaften."

Dabei bezieht sich der Protokollant des Gesangvereins auf die Maitour des Jahres, die über Holsthum-Alsdorf und Bitburg-Erdorf führte. Der Protokollant war der damalige Lehrer Haas, dessen detaillierte Aufzeichnungen noch bis zum Dezember 1924 reichen. So schreibt er im Protokollbuch unter 6. Juli 1924:

"Fahnenweihe in Ehrang, an der der Verein sich mit der Musikkapelle beteiligt."

Der Hinweis „neugegründet“ lässt vermuten, dass der Musikverein 1924 gegründet wurde. Bisher lässt sich kein präzises Gründungsdatum ermitteln. Wir wissen, dass der Verein spätestens 1924 gegründet wurde und es ist nicht klar, ob es sich hier schon um einen eingetragenen Verein oder um eine Gruppe frei organisierter Musiker handelte. Man könnte sich weiter vorstellen, dass es den Verein schon vor dem 1. Weltkrieg gab und ein ähnliches Schicksal wie im 2. Weltkrieg erfuhr, immerhin dauerte es nach dem zweiten Krieg noch über ein Jahrzehnt, bis sich der Verein erneut zusammenfand. Allerdings sind diese Gedanken reine Spekulation, da bisher keine Hinweise auf eine frühere Gründung deuten. Denkt man an das politische Umfeld dieser Zeit, so fragt man sich aber, wie man gerade in Zeiten hoher Inflation und steigender Arbeitslosigkeit die notwendigen finanziellen Mittel zur Gründung des Vereins aufbringen konnte. Nach dem Zitat des Protokolls des Gesangsverein interessiert auch die Frage, ob Musikkapelle und Gesangsverein gemeinsam musizierten oder nur gemeinsam nach Ehrang fuhren, allerdings geht auch das nicht genau aus den bekannten Aufzeichnungen hervor. Mündlich überliefert wurde ein Bericht über einen Weiteren Ausflug im Jahr 1925 mit der Bahn in die Eifel, hier entstand wohl das älteste erhaltene Foto des Vereins sowie eine kleine Tradition: Schon sehr früh nach der wahrscheinlichen Gründung trafen sich Johann Gerten (Trompeter Gerten), Michel Laudor (Mättes Michel) und Nikolaus Laudor (Anneketten Kloos) am späten Heiligabend, um gemeinsam in Richtung Jungenwald zu gehen. Etwa gegen Mitternacht spielte das Trio auf ihren Trompeten "Stille Nacht". Da die drei das nun regelmäßig taten, sprach sich das „Konzert“ im Ort herum und in den folgenden Jahren warteten die Einwohner zu später Stunde auf der Straße um den Klängen zu lauschen, die sich von der Anhöhe aus über das Dorf legten. Mit dem Krieg endete dieser Brauch. Lediglich 1991/92 spielten ein paar Jugendliche in Erinnerung daran an Weihnachten um Mitternacht auf der Natostraße. Ab 1990 wird der Verein oft nach der Heiligabendmesse auf dem Schulhof der (alten) Schule Weihnachtslieder spielen. Gelegentlich finden sich auch Musiker, um in der Kirche die Messe musikalisch zu umrahmen. Um bei Auftritten neben guter Musik auch ein gutes Bild abzugeben musste bald eine „Uniform“ her. Auf den wenigen erhaltenen Fotos der Zwischenkriegszeit erkennt man, dass sich zu Ende der zwanziger oder Anfang der dreißiger Jahre der Verein eine eigene Uniformmütze zugelegt hat. Dazu trugen die Musiker ein weißes Hemd, Krawatte und möglichst einen dunklen Anzug (siehe Foto). Über die Anschaffung und Finanzierung ist eigentlich nichts bekannt, allerdings konnte 1988 der Bürgermeister Bernard Kopp auf dem Jubiläumsfest des Vereins noch ein Exemplar der damals etwa 15 Mützen vorführen. Leider ist diese bis heute noch im Privatbesitz.

Ein Bild aus den 30er Jahren

Gegen Ende der dreißiger Jahre dirigierte der Butzweilerer Johann Knebel den Verein. Nach Ausbruch des Krieges zogen viele der zumeist jungen Musiker in den Krieg, so dass die verbliebenen fünf oder sechs Musiker kaum noch eine Kapelle bildeten. Sie ließen es sich jedoch nicht nehmen zumindest in den ersten Kriegsjahren die Totenehrungen am Gefallenendenkmal zu begleiten.

Ein Foto aus der Zeit des Nationalsozialismus

Michael Merkel (Merkels Michel) und Bürgermeister Peter Huberti (Scheiern Pitter) ergriffen die Initiative und gründeten im Juli 1956 den Musikverein neu. Das Dorf zählte etwas über 600 Bewohner, davon konnten 20 animiert werden, dem Verein aktiv beizutreten und weitere 10 unterstützten ihn inaktiv. Von den Musikern vor dem Krieg spielten nach der Festschrift von 1958 noch Matthias Mick (Mecken Mätti) und Wilhelm Pfeiffer (aus Joobes Haus) aktiv mit. Zu Beginn hatte der Musikverein einige Schwierigkeiten zu meistern. Sämtliche Noten waren vernichtet, fast alle Instrumente verloren. Nur die „dicke Trommel" hatte den Krieg überstanden und natürlich fehlte fast allen Jungmusikern eine angemessene Ausbildung am Instrument. Klaus Schlöder aus Schweich konnte aber dem Abhilfe verschaffen. Da der Verein in eineinhalb Jahren etwa 4000 Mark zusammengebracht hat, davon kamen über 1000 DM von den übrigen Dorfbewohnern, konnte Schlöder bei der Neubeschaffung der Instrumente helfen. Außerdem brachte er die bisher ungeübten Musiker derart zum Proben, dass sie schon im November „lch hatt' einen Kameraden“ und einen Choral zu Ehren der Gefallenen am Kriegerdenkmal spielen konnten. Dies war der erste Auftritt nach dem Krieg und seither spielte der Verein kontinuierlich zu Anlässen wie Weißer Sonntag, Fronleichnam, Totensonntag, Sankt Martin, Kirmes und Weihnachten. Zu den Aktivitäten in diesen Jahren schreibt Peter Huberti in der Festschrift von 1958:

"Der junge Bläserchor hat in unermüdlichen Übungen sich bemüht das nachzuholen, was durch das Kriegsgeschehen und seine bösen Folgen unterbleiben mußte. Heute steht der Musikverein als festgefügtes Glied wieder in den Reihen der kulturellen Vereine des Dorfes Butzweiler. Mit den anderen Ortsvereinen gestaltet er Dorfabende, Heimatabende und vermittelt so der Dort Bevölkerung [...] frohe und heitere Stunden."

Wahrscheinlich wegen des positiven Auftretens stieg innerhalb von weniger als zwei Jahren so auch die Zahl der inaktiven Mitglieder von anfänglich zehn auf über 80. Diese Unterstützung durch die Einwohner der Gemeinde half dem Verein in den Anfangsjahren sehr, da natürlich auch die finanziellen Mittel notwendig waren, um entsprechendes Notenmaterial zu besorgen. Nach einem Jahr übernahm im Juni 1957 der Ehranger Matthias Eisenach den Dirigentenstab.

Das angeblich erste erhaltene Foto des Vereins nach dem 2. Weltkrieg

Vom 19. bis zum 21. Juli 1958 fand das erste große Fest des Musikvereins nach dem Krieg statt, die Nachkriegswirren waren meist überstanden und die Menschen hatten wieder Hoffnung. Dies war die Basis für eine der schönsten Feiern in Butzweiler überhaupt. Da auch das Wetter mitspielte hatten die Frauen des Dorfes die Gelegenheit mit ihren besten Kleidern, oft Neuanschaffungen, die Männer zu beeindrucken.

Konzert des MVs nach dem Umzug zum Jubiläumsfest 1958

Der vor zwei Jahren neugegründete Verein hatte sich in das Dorfleben hineingespielt und dementsprechend genügend Unterstützung um dieses 30-jährige Jubiläum gründlich vorzubereiten und gebührend zu feiern. Im unteren, flachen Teil des Brühls, in unmittelbarer Nähe zum Brandweiher wurde ein großes Festzelt aufgebaut und geschmückt. Zur Erledigung menschlicher Bedürfnisse wurde eigens in Handarbeit (unter der Regie von Johann München (Münchens Hans)) eine mit Buchen- und Fichtenzweigen als Sichtschutz verzierte Toilettenanlage errichtet. Das überdimensionale „Plumsklo“ bestand aus einem Graben sowie einem Aufbau, der mit einem drei bis vier Meter langen Balken als Sitzfläche, kreisrunde Löcher natürlich inklusive, abschloss. Die werkelnden Männer stellten sich bei ihrer Arbeit mit Freuden den fertigen „langen Stuhl“ vor: natürlich auf der ganzen Länge besetzt mit hübschen Mädchen! Zu dem Fest wurden die befreundeten Vereine der Umgebung eingeladen, sie beteiligten sich an einem Festmarsch durch das Dorf. Dabei gingen jedem Verein zwei Ehrendamen im Sommerkleid und mit Blumen, sowie ein Schuljunge voran. Der Schuljunge an der Spitze trug ein Schild mit dem Namen des entsprechenden Vereins. Im Festzelt wurden jedem Verein ein paar Bänke zugewiesen, an denen die Ehrendamen den Abend über zu verweilen hatten. Diese Aufgabe war nicht leicht zu bewältigen, da die jungen Männer sich ausgiebig um sie kümmerten und für kostenlose Getränke sorgten. Auch die Schildträger gingen nicht leer aus: In „ihren Vereinen“ ging ein Hut umher, so dass ein paar Groschen für die Burschen zusammen kamen, die sie wahrscheinlich am Abend stolz Zuhause auftürmten. Als Bühne für die Musik diente der Anhänger eines Traktors.

Leider verstarb Matthias Eisenach sehr früh, was für den Verein ein schwerer, tragischer Einschnitt war. Eisenachs Nachfolger, der Kordeler Helmut Birkel, konnte den Verein dennoch motivieren und verbuchte mit dem Butzweilerer Musikverein bei seiner ersten Teilnahme an einem Wertungsspielen in Ruwer als Gruppensieger einen großen Erfolg. Da Helmut Birkel den Verein nicht lange dirigieren konnte, fand der Vorstand (bis 1962 unter Michael Merkels Leitung) einen weiteren Kordeler, Johann Leininger, als Nachfolger.

"Leider wurde auch Joh. Leininger nach kurzer Zeit seiner erfolgreichen Tätigkeit durch den Tod abberufen [1964]. Nach diesen traurigen Ereignissen wurde ein junger Musiker, […] Erich Gerten [Grittenhänses Erich] aus Butzweiler, zum Dirigenten gewählt. Ihm war nun die schwere Aufgabe zuteil geworden, die verwaiste Kapelle zu übernehmen." (aus der Festschrift des MVs von 1968)

Erich Gerten löste diese Aufgabe zur Zufriedenheit aller, so dass er für mehr als vierzehn kontinuierliche Jahre, bis Ende 1978, den Dirigentenstab hielt. Dies war bis zum Jahr 2014 der Vereinsrekord und wären nicht die beruflichen Gründe gewesen, hätte er diesen wohl noch ausgebaut. Des Weiteren bildete er 12 junge Musiker aus, so dass seine Rolle für den Verein in dieser Zeit nicht unterschätzt werden kann. Zum 40-jährigen Jubiläumsfest im Jahr 1968 hatte Michael Merkel, wie zehn Jahre zuvor, den Posten des Vorsitzenden inne, allerdings leiteten zwischendurch Wilhelm Pfeiffer ab 1962 und Klaus Boden (Bodens Kloos) ab 1964 jeweils für zwei Jahre den Verein.

Gruppenfoto - Ende der 60er Jahre

Merkel konnte das Trierer Landtagsmitglied Horst Langes als prominenten Protektor des Jubiläums gewinnen und der Verein veranstaltete ein weiteres großartiges Fest. Im Volksfreund konnte man am Montag danach lesen:

"An dem 40jährigen Gründungsfest des Musikvereins beteiligten sich nicht nur die 600 Einwohner der Gemeinde Butzweiler, sondern das festliche Ereignis hatte darüber hinaus noch einige 100 Musikfreunde aus den Nachbardörfern und dem Stadtvorort Biewer in das schmucke und idyllische Eifeldorf gelockt."

In dem Zeitungsartikel wird ebenso über die Ehrungen berichtet, dabei wurde Johann Funk als ältester Bürger und als Ehrenmitglied geehrt. Johann Funk war seit (mindestens) 1928 Mitglied im Musikverein, spielte nach dem Krieg aus Altersgründen nicht mehr im Verein und blieb als inaktives Mitglied dem Verein stets verbunden. Da die Feier auf dem Sportplatz veranstaltet wurde, endete sie am Montag mit einem Sportfest und anschließender Kinderbelustigung für die Schüler der Volksschule. Mit einem großen Spießbratenessen (der Spießbraten wurde auf offenem Feuer handgedreht) bedankte sich der Verein im September bei den Helfern des Festes. Es kamen über 160 Helfer auf die Wiese unterhalb des Friedbüsch. Ebenso gab es eine Brauereibesichtigung der Trierer Caspary-Brauerei, die den Verein nach dem Fest eingeladen hat. Wen die finanzielle Seite des Vereins interessiert: nach dem Jubiläumsfest verfügte der Verein über 9.612,69 DM. Interessanterweise hatten die Amerikaner einen Einfluss auf den Prüfungsbericht der Kassenprüfer: „Zwischen den echten Einnahmen nach dem Kassenbuch des Kassierers und dem vorhandenen Sparbuch war eine Schlussdifferenz von 23,75 DM. Diese ist nur zu erklären durch einwechseln von Dollar, mit verschiedener Wertstellung.“ 1967, ein Jahr vor dem großen Fest, endete mit Briska Weber (Nei Briska) die frauenlose Zeit. Wie in so vielen Vereinen galt bis in die sechziger Jahre das ungeschriebene Gesetz, dass in den Verein selbst nur Männer gehörten. Unter Erich Gerten und Michael Merkel wurde das Gesetz gebrochen und 1971, nach insgesamt über 11 Jahren Vorsitz, wurde Michael Merkel von Rita Weber (Nei Rita) abgelöst. Unter ihrem Vorsitz wurde auf dem Sportplatz 1973 das 45-jährige Bestehen des Vereins gefeiert. Anfang 1974 übernahm Matthias Roth (Louxen Mätti) den Verein und leitete ihn bis 1977. Am 12. April wurde er durch Manfred Hartz (Jäsch Manni) abgelöst. Unter ihm feierte der Verein vom 1. bis 3. Juli 1978 sein 50-jähriges Bestehen. Zum Ende dieses Jahres musste Erich Gerten leider aus beruflichen Gründen sein Dirigentenamt niederlegen, spielte allerdings, wenn es die Zeit zuließ, noch im Verein mit. Der Lehrer Udo Schmitt wurde zu Neujahr 1979 neuer Dirigent des Vereins und am 24. März folgte Matthias Laudor (Mättes Theis) Manfred Hartz im Vorsitz des Vereins.

Als in Kordel 1969 der erste Karnevalsumzug stattfand, war der Butzweilerer Musikverein schon dabei und versäumte bis heute keinen dieser Umzüge. Selbst wenn eisige Kälte das Spielen eigentlich unmöglich machte (Instrumente können einfrieren), ließen sich die Musiker nicht davon abhalten, mitzugehen. 1971 folgte der „Biewener Schärensprung“, hier spielte der MV bis auf ein oder zwei Mal immer mit. Im ersten Jahr, als der Musikverein um die 20 Mitglieder fasste, richtete man sogar noch eigens einen Wagen für den Umzug her: 1969 zog Johann Schilling (Anneketten Johann) mit seinem Traktor ein prachtvolles Schiff, auf dem die Musiker als Matrosen verkleidet spielten. Mit dem Schiffswagen begleitete man auch einen Butzweilerer Karnevalsumzug. Mit wachsender Musikerzahl allerdings wurden die Wagen zu eng und man ging als Fußgruppe mit. Obwohl sich der Butzweilerer Karnevalsumzug nicht durchgesetzt hat, spielte der Musikverein noch einige Jahre sonntags in einem kleinen Marsch durch Butzweiler Karnevalsschlager, bevor sich die Musiker nach Kordel zum Umzug aufmachten.

Karnevalsumzug in Butzweiler 1968

Zur Tradition entwickelte sich der Treffpunkt vor dem Kordeler Umzug, nämlich das Gasthaus „Zum Brunnen“. Nach dem Umzug spielte man in einer Kneipe, zunächst noch in einer Kordeler Kneipe, später ging man nach Butzweiler. Gegen ein paar Freigetränke spielten dann diejenigen Musiker, denen noch ein wenig „Ansatz“ übrig geblieben war. Eine hübsche Anekdote ist noch von einem der ersten Umzüge in Kordel bekannt: Man kehrte anschließend in die Gaststätte Grün ein und bekam auf einer kleinen, erhöhten Bühne Platz, auf der sich dann die etwa zwanzig Musiker quetschten. Natürlich war es für den Schlagzeuger Hans Lorig (Hänses Hans) mit seinen Instrumenten besonders eng und da er am Rand der Bühne saß, kümmerte er sich neben der Musik auch noch um den festen Stand der dicken Trommel samt Becken. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass das Schlagzeug plötzlich ins Rutschen kam. Bei dem Versuch, die fallenden Trommeln aufzuhalten zog es ihn mit von der Bühne, so dass er zwischen Becken und Trommel zum Liegen kam. Mit dem unvermeidlichen Getöse zog er wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf den Verein, als dessen Musik, so dass die Zahl der ausgegebenen Runden für den MV zu groß wurde und sich in fünf Kisten Bier stapeln lies. Anfang der 70er Jahre nähten Brigitte Gerten, Dorit Neth, Anni Gobbert, Briska und Rita Weber Kosakenkostüme für die Karnevalsumzüge. Diese Kostüme prägten lange das Fastnachtsbild des Vereins. Erst nach über zwanzig Jahren wurde diese Verkleidung gegen eine Mexikanermontur ausgetauscht. Selbstverständlich unterstützt der Verein auch alljährlich die Kinderkappensitzung der Katholischen Jugend. Auch die ersten beiden Sitzungen der „älteren Narren“ in der Turnhalle wurden ebenfalls musikalisch begleitet. Heute werden dafür allerdings Bands engagiert. Seit einigen Jahren spielt hier die Butzi-Band und sorgt für Stimmung bis spät in die Nacht. Für die Freunde und Mitglieder des Musikvereins wurde ebenfalls im Vorfeld der närrischen Zeit unregelmäßig ein Familienabend veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit haben schon manche Musiker und Nichtmusiker in lockerer und zwangloser Atmosphäre ihr komödiantisches Talent vorgeführt. Neben den karnevalistischen Beiträgen gab es an den Familienabenden auch musikalische Unterhaltung durch jugendliche Musiker des Vereins oder durch Musikgruppen aus der Umgebung wie den „Trouliechtern“. Oft wurde an solchen Abenden auch eine beachtliche Tombola verlost.

Über die Fastnachtsuniformen wurde schon geschrieben, auch das Outfit des Vereins vor dem 2. Weltkrieg ist bekannt. Nach dem 2. Weltkrieg, als die finanziellen Mittel noch knapp waren und vorwiegend für Notenmaterial und Instrumente benutzt wurden, leistete man sich lediglich eine Uniformmütze. Sie war im Gegensatz zur ersten Mütze weiß und wurde wohl kurz nach der Neugründung nach dem Krieg erworben, auf jeden Fall gab es sie schon 1958 zum Jubiläumsfest. Ende der 60er oder Anfang der 70er Jahre, noch unter dem Vorsitz von Michael Merkel, konnte man sich dann eine Uniformjacke leisten. Es war keine Luxus-Anfertigung, aber der Verein wirkte in der blauen Jacke lockerer, aber auch einheitlicher, was den Auftritten ein angemessenes Bild gab. Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre tauschte man die blaue Jacke gegen eine rote Uniformweste, die mit dem Wappen des Musikvereins versehen war. Es kann sein, dass die Anschaffung nötig wurde, da der Verein in den 70er Jahren auf über 30 aktive Mitglieder anwuchs und nicht genügend blaue Jacken vorhanden waren. Zum Imagewechsel des Vereins in den 90er Jahren passte die Entscheidung, die Musiker mit einer „vernünftigen“ Uniform auszustatten. Es wurde kräftig gespart und die ein oder andere Veranstaltung der Jahre 1992 und '93 stand unter dem Motto der neuen Uniform. Auch Dank der Unterstützung durch die Gemeinde konnte der Verein dann auf dem Frühlingskonzert 1994 die neuen, maßgeschneiderten dunkelroten Uniformen präsentieren, die aus Weste, Jacke und einer hübschen Schleife bestehen. In dieser Montur wirkte der Verein fast schon professionell. Nebenbei hatte die Weste/Jacke Kombination den Vorteil, dass man die Montur an die Witterungsverhältnisse anpassen kann, ohne das gute Bild zu stören. Die roten Westen der älteren Uniform wurden an die Jungmusiker des Jugendorchesters vererbt, doch dazu später mehr.

Kleinere Unternehmungen, wie zum Beispiel Wanderungen am Vatertag, Kegelabende auf Burg Ramstein oder Grillabende in der Umgebung, waren Gang und Gäbe im Alltag des Vereins. Unter Matthias Roth, der 1974 den Vorstand von Rita Weber übernahm, plante die Kapelle die erste größere Fahrt. An Pfingsten 1975 konnten alle aktiven und inaktiven Mitglieder an einem Tagesausflug teilnehmen, der nach Köln und Umgebung führte. Auf dem Programm standen das Phantasialand, der Kölner Zoo und natürlich der Dom zu Köln. Die erste Fahrt über ein ganzes Wochenende führte im Mai 1980 nach Vorarlberg in Österreich. Dazu mietete man einen Minibus, den Peter Mick (Mecken Pit) sicher fuhr. Bei späteren Ausflügen kutschierte Wilfried Thiel (Kienigs Wilf) gelegentlich den Verein. Kleinere und größere Ausflüge wurden später fast jährlich unternommen, so ging es zum Beispiel 1991 durch den Steigerwald, man besuchte unter anderem die Würzburg und den mittelalterlichen Ort Rothenburg. Kurz vor der Abfahrt aus Rothenburg gab es allerdings einen kleineren Schrecken, als Pitt vom Kimmlingerhof vermisst wurde - er hatte sich in der Stadt verlaufen und wartete am falschen Stadttor. Weitere Fahrten gingen 1996 in die Lüneburger Heide und 1998 in die goldene Stadt Prag. Der Ausflug nach Prag wurde von allen Beteiligten als bisher schönste Fahrt bezeichnet. Auf dem Programm standen zum Beispiel eine Bootsfahrt, ein Varietebesuch und eine Bierprobe. Die Bierprobe wurde musikalisch von einem Quartett untermalt, das schnell den Geschmack des Vereins traf. 2002 besuchte man an einem verlängerten Wochenende die Wartburg bei Eisenach sowie die Städte Erfurt und Weimar. Auch wenn der Busfahrer ein wenig zu gesprächig war, organisierte er ein abwechslungsreiches Programm, in dem neben dem Besuch üblicher Touristenattraktionen Einblicke in die Weimarer Klassik sowie die Gräueltaten des dritten Reichs gewährt wurden.

1980 Ausflug nach Liechtenstein, Vorarlberg, Meersburg u. Bodensee

Es folgten weitere Tages- und Mehrtagesausflüge. Einer der Höhepunkte hierbei war sicherlich die Fahrt mit einem „nostalgischen Schienenbus“ der HWB Hermeskeil nach Heidelberg. Vom Abfahrtsbahnhof Kordel bis zur Ankunft in Heidelberg gab es viele staunende Blicke auf diversen Bahnhöfen.

Vereinsfahrt nach Heidelberg mit dem Schienenbus 2008

Ab 1980 veranstaltete der Musikverein regelmäßig Sommerfeste in lockerer und gemütlicher Atmosphäre. Diese Sommerfeste wurden notwendig, da die Kosten für Noten, Instrumente und Ausbildung nicht mehr allein durch die Beiträge zu erwirtschaften waren. An dieser Stelle sollte man eine weitere Tradition im Musikverein erwähnen: Seit etwa 1964 war der Kassierer des Musikvereins Johann Schilling, der diesen Posten für 20 Jahre einwandfrei bekleidete, um ihn 1984 an seinen Sohn Harald Schilling (Anneketten Harald) abzugeben. Harald übte das Amt des Kassierers über 20 Jahre aus und ist bis heute als Kassenprüfer tätig. Johann Schilling wurde aufgrund seiner Verdienste auf der Jahreshauptversammlung vom 13. Januar 1989 zum Ehrenmitglied gewählt.

Gemütliches Grillen in den 80er Jahren

Der Dirigent Udo Schmitt hörte nach eineinhalb Jahren auf und im Juni 1980 wurde Alois Lenz sein Nachfolger. Da er auch nur ein Jahr blieb, übernahm Erich Gerten wieder für etwas mehr als ein Jahr den Dirigentenstab und konnte Anfang 1982 nach insgesamt fast 16 Jahren musikalischer Leitung den Stab an Franz-Josef Weyand weiterreichen. Erich Gerten blieb aber noch bis Anfang der 90er Jahre als aktiver Musiker im Verein. Für sein langjähriges Wirken für den Verein wurde Erich Gerten auf der Jahreshauptversammlung im Jahr 2000 als Ehrenmitglied vorgeschlagen, der Vorschlag wurde einstimmig bestätigt. „Jupp“ Weyand musste im Oktober 1983 aufhören, da sein Beruf dieses zeitintensive „Hobby“ nicht mehr zuließ und wurde vom Orenhofener Hermann Zunker abgelöst. Der Vorstandsposten war wohl etwas beliebter und Matthias Laudor führte den Verein ab 24. März knapp sechs Jahre. Er konnte Matthias Mick beim Sommerfest 1984 die seltene Auszeichnung für 50 Jahre aktive Tätigkeit überreichen. Matthias Mick spielte noch zwei weitere Jahre aktiv mit und wurde nach seinem Abschied aus dem Kreis der aktiven Musiker Ehrenmitglied. Da 1985 Matthias Laudor die Aufgabe des Wehrführers der Freiwilligen Feuerwehr zukam, löste Bernd Roos (Russen Bernd) ihn am 2. März ab und organisierte das Jubiläumsfest 1988. Am 13. Januar 1989 übernahm Peter Mick für insgesamt 8 Jahre das Amt des ersten Vorsitzenden.

Gruppenfoto zum 60jähringen Jubiläum des Musikvereins 1988

Nach zweieinhalb Jahren wechselte der Dirigentenstab erneut seinen Besitzer und Michel Thein aus Oberbillig übernahm im März 1986 dieses Amt. Doch auch er konnte nach zwei Jahren den Verein aus beruflichen Gründen nicht mehr weiterführen. Für die Musiker war dieser ständige Wechsel kein angenehmer Zustand, da mit jedem Dirigent sich neben den Musikstücken auch der Stil, die Auftritte in der Öffentlichkeit und das Zusammenleben im Verein änderten. Mit dem jungen Michel Thein ging es musikalisch wieder aufwärts, da er selbst ein engagierter Musiker war und vor allem die Jugendlichen im Verein motivierte. Nebenbei hatte er einige Musikstücke komponiert und für das Orchester arrangiert, darunter befindet sich auch das Stück „Rhapsody in Rhythm“. Auf Empfehlung von Michel Thein wurde Anfang 1988 Frank Höllen aus Osburg sein Nachfolger.

In manchen Zeiten kam es vor, dass nur ein oder zwei Jugendliche oder Kinder begannen, ein Instrument zu erlernen. Wenn jedoch mehrere Jugendliche zusammenkamen, ergab sich die Gelegenheit, an Weihnachten oder Sankt Martin schon nach kurzer Ausbildung leichte Stücke vorzuspielen. Ab den 80er Jahren setzte der Verein auf eine verstärkte Werbung um Jugendliche, da aktive Musiker oft aus schulischen oder beruflichen Gründen (Wehrdienst, Studium, Arbeitsplatzwechsel) früh aus dem Verein ausschieden und der Verein auf den Nachwuchs angewiesen war. So kam nun eine größere Gruppe „Auszubildende“ zusammen und Manfred Hartz, der gelegentlich den verhinderten Dirigenten ersetzte, studierte mit den Jungmusikern einige „richtige“, aber einfache Stücke ein. So kam es 1988 zu den wahrscheinlich ersten Auftritten des Jugendorchesters. Ein Jahr zuvor wurden einige Jugendliche zum Kreisjugendmusiktag angemeldet und führten dort Solostücke oder Stücke in kleineren Gruppen auf.

Kajakfahrt beim Zeltlager 2003

Bisher musizierten die Jungmusiker bis auf wenige Ausnahmen eher zu internen Veranstaltungen des Musikvereins. 1996 wurde dann offiziell das Jugendorchester des Musikvereins Butzweiler gegründet.

Auftritt des Jugendorchesters – Kirmes 1997

Die ehrenamtliche Leitung übernahm Dominik Matter. Unter ihm wurde nun regelmäßig geprobt und die Auftritte in der Öffentlichkeit mehrten sich. So können die Jugendlichen neben der Ausbildung schon früh das Zusammenspiel in der Gruppe und auf der Bühne erfahren. Im Sommer 2003 legte Dominik Matter nach 7 erfolgreichen Jahren das Amt als Leiter des Jugendorchesters aus beruflichen Gründen nieder. Seine Nachfolger wurden Julia Lichtenthal aus Welschbillig, Gunter Kohl aus Butzweiler und Andreas Baltes aus Wintersdorf. 2009 übernahm unsere Dirigentin Iris Buschmann das Jugendorchester. Es wurden jährlich Filmabende, Zeltlager und diverse Ausflüge unternommen.

Zeltlager 2007

Im Sommer 2010 führten wir erstmals mit den Jugendlichen einen einwöchigen Segelurlaub in Holland durch. Da diese Segelfreizeit so ein großer Erfolg war, sollten in den Jahren 2012 und 2013 noch weitere Segeltörns folgen. 2013 wurden die Instrumente mitgenommen und wir haben auf dem Schiff bei Hafeneinfahrten und im Hafen musiziert, was bei unseren holländischen Freunden sehr gut ankam. Auf dieser Freizeit wurde auch der erste Film des Musikvereins gedreht.

Segelfreizeit 2010

Sehr erfreulich ist, dass die Anzahl der Jugendlichen in den letzten Jahren zunehmend anwuchs. So sind derzeit 24 unserer aktiven Musiker im Orchester unter 21 Jahren. Im Jungendorchester befanden sich in Sommer 2014 21 junge Musiker, sowie insgesamt 16 Jugendliche in musikalischer Ausbildung. Mindestens seit den 80er Jahren gibt es auch den Posten des Jugendwartes im Vorstand des MV. Meist unter seiner Leitung wurden regelmäßig verschiedene Veranstaltungen durchgeführt. Anfänglich war es das mittlerweile traditionelle Zeltlager für ein Wochenende in den Sommerferien und die Nikolausfeier für die ganz kleinen (und ganz großen) Mitglieder des Vereins. Das erste Zeltlager wurde 1972 bei Beßlich veranstaltet. Ende der 90er Jahre kamen verschiedene Aktivitäten wie Schwimmbad- und Kinobesuche hinzu. Der Verein unterstützt außerdem die vom Kreismusikverband veranstalteten Lehrgänge, so dass viele Jugendliche neben der Praxis auch musiktheoretisches Wissen erlernen, das nicht nur im Verein, sondern auch in der Schule von Vorteil ist.

Das Jahr 1988 war nicht nur wegen des Dirigentenwechsels ein sehr ereignisreiches Jahr. Vom 28. bis zum 30. Mai feierte der Musikverein sein 60-jähriges Bestehen und natürlich wurde dafür ein großes Fest geplant. Da man gleichzeitig auch das Kreismusikfest in Butzweiler ausrichtete, kamen 24 Gastvereine mit weit über 500 Musikern zu Gast in die Turnhalle. Damit dieses Fest reibungslos über die Bühne lief, mussten sämtliche Mitglieder und Freunde des Vereins mit anpacken. Über Mitglieder des Heimatvereins gab es in diesem Jahr Kontakt zu einem Verein in Adelsried. Aus diesem Kontakt zu den „Adelsrieder Musikanten“ wurde eine kleine Partnerschaft, so dass der Verein am 9. und 10. Juli dort zu Gast war und den bayrischen Verein mit seiner eigenen Atmosphäre kennen lernte. Am Sommerfest 1990 konnten dann auch die Adelsrieder miterleben, dass auch die Butzweilerer zünftig feiern können.

Festzug zur Turnhalle, Sommer 1996

Natürlich folgten weitere Besuche von beiden Vereinen: So spielten die Butzweilerer 1991 und 1993 in Adelsried und diese 1993 in Butzweiler. Im Herbst des Jahres 1988 begann Frank Höllen mit den Vorbereitungen für ein Konzert, dass am 6. Mai 1989 im Saale Pauli stattfand. Damit begann er eine Tradition. Nun sollten jährlich diese Frühlingskonzerte stattfinden, da Publikum und Musiker von diesem Konzept fasziniert waren. Die stetig steigende Zuschauerzahl bestätigt dies. Unter Frank Höllen wurde regelmäßig ab dem Sommer neues Notenmaterial angeschafft, das von Jahr zu Jahr anspruchsvoller und somit stets zu einer Herausforderung für die Musiker wurde. Der Schwerpunkt verlagerte sich von purer Unterhaltungsmusik zu teils schwierigen Arrangements aus Klassik, Schlager, Pop und Jazz. In fast jedem Konzert werden auch Stücke aufgeführt, die nur ein einziges Mal öffentlich gespielt werden - solche Stücke sind meist sehr probenintensiv und nur bei engagierter Beteiligung aller Musiker erfolgreich aufzuführen. Um diese Aufgabe zu bewältigen führte Frank Höllen das „Probewochenende“ ein, das in Jugendherbergen der Umgebung, im Saal der Gaststätte „Am Brunnen“ oder in der Alten Schule (heutiges Bürgerhaus) stattfand. An diesem Wochenende wurde von Samstagvormittag bis Sonntagnachmittag geprobt, weshalb natürlich die Abendstunden besonders gerne zur Entspannung in geselliger Runde aufforderten. Die schönsten Momente dieser anstrengenden Tage waren die kleinen Pausen und Nachmittagskaffees, die meist von Christel Mick, Annette Thiel und Alice Schilling, den „heimlichen Chefs“, organisiert wurden. Eine weitere Tradition wurde die „gemütliche Probe“, die wir alljährlich vor den Sommerferien abhalten. Das 65-jährige Bestehen wurde 1993 in einer Kooperation mit der Feuerwehr gefeiert. Die Vorstände von Musikverein (Leitung Peter Mick) und Feuerwehr (Leitung Matthias Laudor) organisierten ein ansprechendes Programm, in dem auch die Adelsrieder Musikanten nicht fehlen durften. Da dies das letzte Jubiläumsfest des Musikvereins in Bezug auf 1928 war, wird es wohl bei einer einmaligen Zusammenarbeit bleiben.

Auf der Jahreshauptversammlung 1995 wurde Alfred Spang zum Ehrenmitglied vorgeschlagen und während des Frühlingskonzerts feierlich ernannt. Er trat dem Verein 1958 kurz nach der Neugründung bei, stand ihm mehr als drei Jahrzehnte zur Verfügung und half ihm über Krisenzeiten hinweg. Trotz der anspruchsvolleren Konzertprogramme wurde die bisherige Unterhaltungsmusik nicht vernachlässigt. Märsche und Polkas gehören weiterhin zum ständigen Repertoire des Vereins. Wohl in Erinnerung an die Tage in Adelsried begann der Musikverein ab etwa 1996 gezielt Stücke einzustudieren, die einen hohen Unterhaltungswert versprachen. Über Bernd Wolf, der ab Januar 1997 den Posten des 1. Vorsitzenden übernahm, kam der Verein mit einer Gaststätte im Raum Köln in Kontakt. So hatte der Verein im Herbst 1996 dann die Gelegenheit in Troisdorf bei Köln einen „Bayrischen Abend“ zu gestalten. Mit einem bunten Programm brachte der Verein einen vollbesetzten Saal zum Überschäumen. Der Verein spielte etwa drei bis vier Stunden und lockerte das Programm durch „Showeinlagen“ wie etwa durch den musikalischen Koch Hans Gobbert, Alexander Schilling als „Ziegen-Peter“ an der Kuhglocke oder den „Holzhackerbuam“ Peter Mick und Hans Gobbert auf.

Bayrischer Abend in Troisdorf 1996

Der Musikverein wurde für 1997 wieder gebucht und das Plakat kündigte den Abend, zum freudigen Erstaunen der Musiker, an mit den Worten: „Es spielt wieder der großartige Musikverein Butzweiler“. Ein paar Wochen später konnte der Musikverein bei strahlendem Herbstwetter an der Butzweilerer Kirmes auch dem heimischen Publikum diese Seite vorführen. Es schien, als wäre das Publikum besonders von den Gesangseinlagen angetan. Auch bei einem Jubiläumsfest des DRK in Ehrang 1997 und auf der Kirmes von 1998 veranstaltete man einen solchen Abend. In Osburg fand ebenfalls ein Oktoberfest statt, an dem der Musikverein spielte. Die Veranstalter führten eine Olympiade durch, bei der der MV sich spontan beteiligte und mit großem Vorsprung den ersten Platz belegte. Im Januar 1999 beschloss die Mitgliederversammlung einstimmig Alois Neu zum Ehrenmitglied zu ernennen und während des Konzerts im April wurde ihm für seine Verdienste in den vergangenen Jahrzehnten die Ehrenurkunde verliehen. Alois Neu war 1956 ein Gründungsmitglied und spielte weit über 30 Jahre aktiv im Verein und war lange ehrenamtlich im Vorstand tätig. 1999 organisierte der Vorstand unter der Leitung von Bernd Wolf das Jubiläumsfest am Pfingstwochenende zum 75-jährigen Bestehen. Dies ist das erste Fest, das sich auf das Gründungsdatum 1924 beruft. Auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2003 wurde Beate Kruppert zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie löste Bernd Wolf, der nicht mehr kandidierte, nach 6 Jahren ab. 2 Jahre später wurde Andrea Heinrichsmeyer zur neuen Vorsitzenden gewählt. 6 Jahre später wurde sie wieder von Bernd Wolf abgelöst, der sich wieder zur Wahl stellte. Unter seinem Vorsitz wurde Matthias Laudor auf der Jahreshauptversammlung im Januar 2014 zum Ehrenmitglied vorgeschlagen und auf dem Frühlingskonzert im April 2014 zum Ehrenmitglied ernannt.

Nach über 11 Jahren wollte Frank Höllen sich eine neue Herausforderung suchen und übernahm die musikalische Leitung des Vereines seiner Osburger Heimat. Am Frühlingskonzert 1999 wurde der Stabwechsel vollzogen und während des Konzerts die Leitung offiziell an Iris Buschmann aus Welschbillig übertragen.

Stabwechsel beim Frühlingskonzert 1999

Musikalisch ging es unter Iris Buschmann stetig aufwärts, wovon sich die Besucher bei unserem jährlich stattfindenden Frühlingskonzert überzeugen konnten.

Konzert 2010

In den letzten Jahren hat der Musikverein sein Konzert immer einem Motto zugeordnet. Höhepunkte der Konzerte waren 2009 die Ehrung von Iris Buschmann für ihre 10-jährige Tätigkeit. Die Musiker würdigten ihre Dirigentin in einer nicht „alltäglichen" Ehrung. Diese Ehrung wird bei Iris Buschmann und den Musikern in Erinnerung bleiben. Mittlerweile ist Iris Buschmann seit über 15 Jahre unsere Dirigentin. Unter ihrer Leitung ist der Musikverein Butzweiler zu einem großen, erfolgreichen Verein gereift, in dem Alt und Jung das Musizieren Spaß macht. Beim Frühlingskonzert 2014 konnten wir über 50 Musiker auf der Bühne zählen. In den letzten Jahren ist auch unser Adventskonzert zur Tradition geworden, das wir jährlich in der Pfarrkirche Butzweiler durchführen.

Konzert 2010

Ein weiterer Höhepunkt unter der Gesamtleitung von Iris Buschmann war sicherlich das Kindermusical "Zirkus Kriminale“, welches wir im Mai 2014, in Kooperation mit der Grundschule Aach-Newel, aufführten.

Kindermusical "Zirkus Kriminale" 2014